M.1 Krebssterblichkeit

Bearbeitungsstand: 01/2012

Zahlreiche Krebsarten werden in Zusammenhang mit regional unterschiedlichen Umwelteinflüssen gebracht. Gründe dafür sind im einzelnen jedoch nicht bekannt. Monokausalitäten in Bezug auf eine bestimmte Ursache sind in aller Regel nicht gegeben; man sollte daher von nicht fundierten, vordergründigen Hypothesen Abstand nehmen.

Krebsregister

Die hier dargestellten Informationen bieten einen Überblick über die Krebssterblichkeit im Kreis Gütersloh und im Vergleich dazu in Nordrhein-Westfalen. Räumlich höher auflösende Daten, etwa für das Stadtgebiet Gütersloh, liegen nicht vor.
Die Daten beruhen auf den Meldungen von Ärzten, die dazu per Gesetz verpflichtet sind. Im Folgenden werden nur Krebserkrankungen erfasst, die zum Tode geführt haben. Daten von neu auftretenden oder geheilten Krebserkrankungen liegen im Register ebenfalls vor. Daten dazu sowie weitergehende Informationen finden Sie auf der Internet-Seite des Krebsregisters, deren Link unten angegeben ist.

Um die regional unterschiedlichen absoluten Werte, das heißt die Anzahlen der Sterbefälle, vergleichbar zu machen, werden sie auf eine Standardbevölkerung mit bekannter Altersstruktur und 100.000 Bewohner umgerechnet. Als Standardbevölkerung können demographisch unterschiedlich ausgeprägte Bevölkerungen genutzt werden. Für den überregionalen Vergleich wird hier für die dargestellten Daten eine standardisierte Europabevölkerung herangezogen.




Wie sehen nun die Krebsmortalitäten tatsächlich aus? Im Kreis Gütersloh gab es 2015 insgesamt 383 krebsbedingte Todesfälle bei den Frauen und 474 bei den Männern. Das bedeutet eine standardisierte Gesamt-Krebssterberate von 111,3 pro 100.000 Bewohner und Jahr bei den Frauen bzw. 172,1 pro 100.000 Bewohner und Jahr bei den Männern (Referenz: Europabevölkerung).

Krebsmortalität im Kreis Gütersloh

Aus der Tabelle wird deutlich, dass die Gesamt-Krebsmortalitätsrate für den Kreis Gütersloh sowohl bei den Frauen als auch bei den Männern 2015 unter den Vergleichswerten des Landes NRW liegt. Bei den Männern liegt der Wert etwa 11 Prozent, bei den Frauen etwa 15 Prozent niedriger. Einzelne Krebsarten zeigen dieses Phänomen besonders ausgeprägt. 

Die Sterberate für Lungenkrebs liegt bei den Männern um 27 Prozent, bei den Frauen sogar um 35 Prozent niedriger als in Gesamt-NRW. Allerdings sind die Lungenkrebssterblichkeiten in ländlich geprägten Bereichen generell deutlich niedriger als in urban geprägten. Ebenfalls niedrigere Werte zeigen sich bei den Männern z. B. bei Speiseröhrenkrebs. Bei den Frauen werden niedrigere Werte bei Darm, Bauchspeicheldrüsen-, Brust- und Gebärmutterkrebs sichtbar. Die Werte von Leukämie sowie Non-Hodgkin-Lymphomen sind bei beiden Geschlechtern im Vergleich zu NRW geringer.

Deutlich erhöhte Werte im Vergleich zu Gesamt-NRW sind demgegenüber für die Männer insbesondere beim Nieren- sowie Hodenkrebs, aber auch Harnblasenkrebs zu verzeichnen. Gleiches gilt für die Frauen bei Magen-, Eierstock- und Harnblasenkrebs.

 

Nähere Informationen zu Krebshäufigkeiten und -mortalitäten finden Sie auf der Seite des Krebsregisters NRW: www.krebsregister.nrw.de/
 


Stadt Gütersloh, Fachbereich Umweltschutz; Letzte Änderung: 19.11.2018