M.3 Kupfer in Klärschlamm und Trinkwasser

Bearbeitungsstand: 09/2013

Die Indirekteinleiterkontrollen der Stadt Gütersloh wiesen bereits recht früh Kupfer als qualitätsmindernden Bestandteil des Klärschlammes aus. Recht bald wurde erkannt, dass nicht einzelne industrielle Einleiter die Hauptkupferfracht verursachten, sondern dass zu einem großen Anteil die gleichmäßigen Flächenkorrosionen in den Kupferleitungen der Trinkwasserhausinstallationen für die hohen Kupfergehalte im Klärschlamm verantwortlich waren.

Kupfergehalt im Klärschlamm

Um den Kupferaustrag aus Hausinstallationen zu minimieren und damit auf Dauer die teurere Verbrennung des Klärschlammes zu vermeiden, beschlossen Werksausschuss, Umweltausschuss und Rat der Stadt Gütersloh im August 1999 eine Dosierung von Inhibitoren zum Trinkwasser. Zur kurzfristigen Senkung des Kupfergehaltes im Klärschlamm wird dem Trinkwasser der Stadt Gütersloh seitdem Phosphat zudosiert.

Die Dosierung des Zusatzstoffes zum Trinkwasser soll zeitlich befristet sein. Inzwischen hat es Änderungen in den für Trinkwasserinstallationen bindenden technischen Regelwerken gegeben, so dass die Verwendung von Kupferwerkstoffen bei der in Gütersloh vorliegenden Wasserzusammensetzung nicht mehr zugelassen ist. Der weitere Anstieg des Kupfergehaltes im Klärschlamm durch Neuinstallation von Kupfer sollte daher in absehbarer Zeit zum Stillstand kommen. Bisher ist allerdings aus den vorliegenden Messdaten diesbezüglich noch keine Änderung zu erkennen, die niedrigeren Kupfergehalte im Rohschlamm der Jahre ab 2000 resultieren aus der gleichmäßigen Dosierung des Inhibitors. Es ist jedoch festzuhalten, dass der Kupfergehalt im Rohschlamm der Kläranlage Putzhagen gegenüber dem Jahr 1999 mittlerweile weit mehr als halbiert werden konnte.

Quelle: Stadt Gütersloh, Fachbereich Tiefbau

Kupfergehalte im Trinkwasser

Das Gütersloher Trinkwasser wird ab Wasserwerk frei von Kupfer zum Verbraucher geliefert. Eine Anreicherung mit Kupfer findet erst in Hausinstallationen aus entsprechenden Materialien statt. Die Höhe der im Wasser vorzufindenden Kupferkonzentration hängt dabei unter anderem vom Alter der Installation und von der Aufenthaltsdauer (Stagnationszeit) in den Leitungen ab.

Die Trinkwasserverordnung vom 09.01.2018 legt für Trinkwasser einen Grenzwert von 2 Milligramm pro Liter fest, der in einer für die durchschnittliche wöchentliche Wasseraufnahme repräsentativen Probe einzuhalten ist.

Parallel hierzu wurde das technische Regelwerk über den Einsatz von metallischen Werkstoffen in der Trinkwasserinstallation geändert (August 2001). Der Einsatz von Kupferwerkstoffen ist demnach bei folgenden Wasserqualitäten zulässig:

pH > 7,4 oder pH 7,0 - 7,4 und TOC < 1,5 mg/l

Im Vergleich hierzu die entsprechenden Werte im Versorgungsgebiet der SWG (Mittelwerte 2016):

pH: 7,28 - 7,38 TOC: 3,2 - 6,4
Das heißt bei der Werkstoffauswahl in der Trinkwasserinstallation muss in Gütersloh auf Kupfer verzichtet werden.

Gesundheitliche Bedeutung von Kupfer im Trinkwasser

Die Grenzwertfestsetzung für Kupfer auf 2 Milligramm pro Liter als akzeptable durchschnittliche Aufnahme pro Woche gibt den derzeitigen Erkenntnisstand hinsichtlich der gesundheitlichen Bedeutung der Kupferaufnahmen über das Trinkwasser wieder. Punktuell höhere Gehalte, z. B. im Stagnationswasser, werden hierbei toleriert. Der Verzicht auf die Verwendung von Stagnationswasser, insbesondere für die Zubereitung von Säuglingsnahrung, gibt hier zusätzlichen Sicherheitsspielraum. Eine entsprechende Empfehlung der Stadtwerke Gütersloh für die Verwendung von frisch abgelaufenem, einwandfreiem Wasser gilt generell und bleibt nach wie vor bestehen.

Quelle:
Deutsches Institut für Normung e.V. : DIN 50930 - Korrisionsverhalten von metallischen Werkstoffen gegenüber Wasser, Berlin

Stadt Gütersloh, Fachbereich Umweltschutz; Letzte Änderung: 08.11.2018