C.3 Verkehrsbelastungen

Bearbeitungsstand: 07/2017

 

Die Verkehrsbelastung bezeichnet die Anzahl der Fahrzeuge, die eine Straße befahren. Hier zeigt sich innerhalb der Stadt ein sehr heterogenes Bild. Naturgemäß sind die Belastungen auf den überregional bedeutsamen Straßen am höchsten.

Belastungsschwerpunkte

Die folgenden Aussagen zu den Belastungsschwerpunkten sind dem Verkehrsentwicklungsplan von 1999 entnommen (BSV 1999). Entsprechend alt sind die dargestellten Daten. Gemäß dem Zwischenbericht von 2010, der selbst keine konkreten Messergebnisse enthält, ist davon auszugehen, dass die angegeben Werte eher gestiegen sind (BSV 2010). Dieses Ergebnis zeigen auch die weiter unten erläuterten Straßenverkehrszählungen.

Nach der Autobahn A 2 ist die B 61 mit Abstand am stärksten belastet. Laut den Untersuchungen zum Verkehrsentwicklungsplan (VEP) liegt die Zahl der Kraftfahrzeuge in der Spitzenstunde hier in Teilabschnitten bei über 3.000 (BSV 1999) und bis zu 36.000 Kfz pro Tag (Masterplan Mobilität). Mit deutlichem Abstand folgt die Verler Straße, die ihren Belastungsschwerpunkt kurz vor der Auffahrt auf die Autobahn 2 mit bis zu 26.000 Kfz pro Tag (Masterplan Mobilität) aufweist. Weitere stark befahrene Straßen, die jeweils zwischen 1.000 und 2.000 Kraftfahrzeuge in der Spitzenstunde verkraften müssen, sind die Marienfelder Straße, der Stadtring, die Brockhäger Straße, die Carl-Bertelsmann-Straße, die Friedrich-Ebert-Straße und die Neuenkirchener Straße.

Aus den Untersuchungen zum VEP geht weiterhin hervor, dass die Belastungen der nachmittäglichen Spitzenstunde von 16.15 bis 17.15 Uhr höher sind als die der morgendlichen von 7.15 bis 8.15 Uhr. Entsprechend der Pendlerströme sind die Straßen in den vorgenannten Zeiten am stärksten belastet.

Neben den erläuterten Belastungsschwerpunkten ist die enorme Belastung der Autobahn 2 im südlichen Stadtgebiet mit 4.700 Kraftfahrzeuge pro Spitzenstunde deutlich. Weitere Belastungsschwerpunkte sind dem Masterplan Mobilität, der hier zum Download bereit steht, zu entnehmen.

Straßenverkehrszählung

In den Jahren 1995, 2000, 2005, 2010 und 2015 wurden Verkehrszählungen an den Bundes- und Landstraßen auf Gütersloher Stadtgebiet durchgeführt. Dabei wurden die Werte unter anderem in PKW- und Güterverkehr differenziert. Die gesamte Verkehrsbelastung über einen Zeitraum von 24 Stunden ist in der Grafik exemplarisch für 2 Belastungsschwerpunkte dargestellt (DTV = durchschnittlicher täglicher Verkehr über das Jahr). Dabei wurden die Daten bis 2010 in Güterverkehr werktags (GV-W) und Personenverkehr werktags (PKW) eingeteilt. Ab 2015 werden die Verkehrsmengen in Schwerverkehr (SV - LKW ab 3,5 t und Busse ab 10 Personenplätze) und Leichtverkehr (LV - Motorisierte Zweiräder, PKW und LKW < 3,5 t) eingeteilt.

Mit rund 34.000 Kraftfahrzeugen in 24 Stunden ist der Nordring zwischen Friedrich-Ebert-Straße und Brockhäger Straße auch bei dieser Zählung an der Spitze der verkehrsreichen Straßen in Gütersloh. Ca. 95 Prozent der Kraftfahrzeuge sind PKW oder motorisierte Zweiräder, 5 Prozent beträgt der Anteil des Schwerverkehrs mit einem zulässigen Gesamtgewicht ab 3,5 t. Auffallend ist der Rückgang des Kraftfahrzeugverkehrs, der seit dem Jahr 2000 eingetreten ist: Um mehr als 12 Prozent nahm die Verkehrsbelastung gemäß Zählung ab.

Demgegenüber nimmt der Verkehr auf der Brockhäger Straße kontinuierlich zu, wenn auch auf deutlich niedrigerem Niveau. Der Anstieg von 1995 bis 2015 beträgt etwa 29 Prozent, das bedeutet im Schnitt täglich 2.700 Fahrzeuge mehr. Dabei weisen die Zahlen bei steigender Tendenz einen Anteil des Schwerverkehrs in Niehorst von mehr als 10 Prozent auf, der damit 50 Prozent höher ist als auf der B 61.

Quelle: Landesbetrieb Straßen NRW

 

GV-W Güterverkehr werktags (bis 2010)
PKW Personenverkehr werktags (bis 2010)
LV Leichtverkehr (2015)
SV Schwerverkehr (2015)
Quellen:
  • Planersocietät - Stadtplanung, Verkehrsplanung, Kommunikation (2017): Gütersloh in Bewegung - Masterplan klimafreundliche Mobilität
  • BSV - Büro für Stadt- u. Verkehrsplanung Dr.-Ing. Reinhold Baier GmbH (1999): Verkehrsentwicklungsplan Stadt Gütersloh
  • BSV - Büro für Stadt- u. Verkehrsplanung Dr.-Ing. Reinhold Baier GmbH (2010): Verkehrsentwicklungsplan Stadt Gütersloh, Zwischenbilanz 2009

 

 

Stadt Gütersloh, Fachbereich Umweltschutz; Letzte Änderung: 28.06.2018