G.5 Wasserschutzgebiete

Bearbeitungsstand: 05/2017

 

Wasserschutzgebiete (WSG) werden im Umkreis von Wassergewinnungsanlagen zur Sicherung der öffentlichen Trinkwasserversorgung ausgewiesen. Die Grundlage hierzu bilden hydrogeologische Untersuchungen zur Erfassung des Einzugsgebietes und zur Erstellung von Grundwasserspiegelplänen bei unterschiedlichen Wasserständen.

 

Schutzzonen

Die Schutzgebiete gliedern sich in bis zu 4 Zonen mit abgestufter Schutzintensität: Die Schutzzone I, die Fassungszone, beschränkt sich auf die engere Brunnenumgebung bei einem Radius zwischen 10 und 50 Meter. Die Schutzzone I ist gegen unbefugten Zutritt abgesichert. Hier sind nur Wartungs- und Überwachungsarbeiten gestattet.

Die Schutzzone II, die engere Schutzzone, umfasst die Fläche, von deren Außengrenze das Grundwasser bis zum Eintritt in die Brunnen eine Laufzeit von mindestens 50 Tagen (50-Tage-Linie) benötigt. Die Fließdauer hängt unter anderem von der Bodendurchlässigkeit, der Grundwassermächtigkeit und der Entnahmemenge ab. In der Schutzzone II sind beispielsweise das Errichten von baulichen Anlagen, das Hantieren mit wassergefährdenden Stoffen, das Ablagern von Müll und ähnliches verboten. Eine weitergehende Nutzung der Deckschichten, als sie im Rahmen der ordnungsgemäßen Land- und Forstwirtschaft erfolgt, ist i. d. R. nicht gestattet.

Die Schutzzone III umgrenzt das Grundwassereinzugsgebiet der Brunnenfassungen. Bei großen Einzugsgebieten (wie z. B. in Gütersloh-Spexard oder Quenhorn) wird diese weiter untergliedert in die Zone III A (bis zum Abstand von 2 Kilometer von der Fassung) und die Zone III B (bis zur Grenze des Einzugsgebietes). Die Zone III B kann bei Kluftgrundwasserleitern sehr groß sein. Innerhalb der Schutzzone III sind Wohnsiedlungen sowie Industrie- und Gewerbebetriebe beschränkt möglich. Der Anschluss an die Abwasserkanalisation bzw. an eine Kleinkläranlage ist zwingend vorgeschrieben.

Die Konstruktion der unterschiedlichen Schutzzonen basiert auf der Reinigungsfähigkeit des Bodens bei der Grundwasserpassage durch vielfältige Vorgänge (Filterung, Koagulation, Ionenaustausch, chemische Umsetzungen und viele andere). Bakterien, Viren und abbaubare Verunreinigungen werden im Allgemeinen im Verlauf einer 50tägigen Grundwasserpassage eliminiert, resistentere Schadstoffe jedoch nicht. Für diese, sowie auch für einige pathogene Keime, wurden - in Abhängigkeit von der Bodenbeschaffenheit - Eliminationszeiten bis zu mehreren 100 Tagen nachgewiesen, jedoch weist der wissenschaftliche Kenntnisstand in diesem Problemkreis noch erhebliche Lücken auf.

Zum weiteren Schutz des Grundwassers vor Einträgen aus der landwirtschaftlichen Nutzung innerhalb der Wasserschutzgebiete besteht seit 1992 ein Kooperationsvertrag zwischen der Landwirtschaft und den Stadtwerken Gütersloh als örtlichem Wasserversorger. Weitergehende Informationen dazu enthält Kapitel G.15.

Die Ausweisung von Schutzgebieten verursacht einen erheblichen Verwaltungsaufwand, da eine Vielzahl von Nutzungseinschränkungen möglich sind und entsprechend eine Vielzahl von Interessengruppen berührt werden. Für Wasserschutzgebiete wird jeweils eine ordnungsbehördliche Verordnung erlassen, in der die jeweiligen rechtlichen Restriktionen aufgeführt sind. Ferner gehört eine Karte mit der genauen räumlichen Abgrenzung des Schutzgebietes dazu. Die Verordnungen können bei der örtlichen Wasserbehörde (Stadt Gütersloh) und bei der unteren Wasserbehörde (Kreis Gütersloh) eingesehen werden.

 

Wasserschutzgebiete

Zur Wasserversorgung der Stadt Gütersloh durch die Stadtwerke Gütersloh bzw. den Wasserbeschaffungsverband Isselhorst wurden folgende Wasserschutzgebiete ausgewiesen:

  1. »Quenhorn«, das westlich außerhalb des Stadtgebietes liegt,
  2. »Spexard« im Süden der Stadt,
  3. »Sudheide-Rheda«,
  4. »Rhedaer Forst«,
  5. »Flusswasserentnahme Wapel« (die Schutzgebietesverordnung wurde von der Bezirksregierung Detmold mit Wirkung vom 21. Juni 2011 aufgehoben)
  6. »Isselhorst« im Nordosten der Stadt.

Die Lage der Wasserschutzgebiete und der zugehörigen Schutzzonen zeigt die Karte G.5.1. Die Schutzzone I ist symbolhaft für die Hauptbrunnen dargestellt. Die Fläche der WSG beträgt insgesamt etwa 2.989 ha. Die Wasserschutzzonen verteilen sich darauf wie folgt:

Zone I circa 4 Hektar
Zone II circa 245 Hektar
Zone III
(inkl. III A und III B)
circa 2.740 Hektar

Quelle und weitere Informationen bietet das Fachinformationssystem ELWAS des Ministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen.

Einen Sonderfall unter den der Gütersloher Wasserversorgung dienenden Wasserschutzgebieten stellte das WSG für die Flusswasserentnahme aus der Wapel dar. Hier wurde (mit Unterbrechungen) von 1988 bis 1993 Wasser aus der Wapel entnommen, um damit nach Versickerung das Grundwasser im Bereich des Wasserwerkes Rhedaer Forst anzureichern. Nachdem es aufgrund von Indirekteinleitungen in die Wapel durch eine Kläranlage qualitative Probleme mit dem Flusswasser gegeben hatte, wurde die Versickerung jedoch im November 1993 eingestellt und seitdem nicht wieder aufgenommen. Die Wasserschutzgebietsverordnung "Flusswasserentnahme Wapel" wurde daher durch Verordnung der Bezirksregierung Detmold vom 20. Juni 2011 aufgehoben.


Stadt Gütersloh, Fachbereich Umweltschutz; Letzte Änderung: 08.05.2017